Du oder Sie? Warum ich auf meiner Website duze

Ich bin mit dem Sie groß geworden.
In meiner Ausbildung zur Bankkauffrau war es selbstverständlich. Distanz war gleichbedeutend mit Respekt. Das Du musste man sich verdienen.

Heute sehe ich das anders.

Ich frage mich:
Warum muss ich mir Nähe verdienen?
Warum braucht es eine sprachliche Hürde, bevor wir uns auf Augenhöhe begegnen dürfen?

Sprache ist nicht neutral. Sie formt Beziehungen. Sie schafft Zugehörigkeit oder Distanz. Genau deshalb ist die Entscheidung für Du oder Sie keine Kleinigkeit, sondern ein bewusstes Signal.

Ich habe mich für das Du entschieden.

Nicht, weil es moderner wirkt.
Nicht, weil es lockerer ist.
Sondern weil ich keine künstliche Trennung zwischen Menschen aufbauen will.

Für mich gilt:
Jeder Mensch verdient Respekt. Von der ersten Sekunde an.
Nicht erst nach Bewährung. Nicht erst nach Hierarchiestufe. Nicht erst nach Sympathie.

Ein „verdientes Du“ klingt im ersten Moment wertschätzend. In der Praxis bedeutet es oft das Gegenteil: Es grenzt aus. Es teilt Menschen in „drinnen“ und „noch nicht drin“.

Das passt nicht zu meiner Haltung.

Ich arbeite mit Menschen auf Augenhöhe.
Unabhängig von Rolle, Titel oder Erfahrung.
Ob Auszubildende, Führungskraft oder Unternehmerin.

Das Du ist für mich der konsequente Ausdruck davon.

Gleichzeitig gilt:
Respekt bedeutet auch, Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Wenn jemand gesiezt werden möchte, dann ist das für mich selbstverständlich. Dann sieze ich diese Person.

Es geht nicht darum, das Sie abzuschaffen.
Es geht darum, bewusst zu entscheiden, was ich mit meiner Sprache auslösen will.

Ich entscheide mich für Verbindung statt Distanz.

Und genau deshalb duze ich dich hier.


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